BUT | warum so einfach

 

Langsam ist es wieder Zeit, sich an den Alltag zu gewöhnen. Unsere Tage verbringen wir immer noch sehr langsam, aber ich weiß, dass morgen natürlich wieder ein Stück Alltag einkehren wird. Wir leben zwischen den Jahren immer in einer extrem langsamen Zeit. Es fühlte sich auch dieses Mal wieder besonders schön an. In den letzten 2 Wochen haben wir viel Zeit mit der Familie verbracht. Jeder Tag war wie ein Sonntag, nur irgendwie noch schöner. 

Mein Jahr ist friedlich zu Ende gegangen und das Wichtigste, wir alle sind gesund. Ich schaue gerne zurück und denke darüber nach, was mir besonders gut getan hat und wo ich meine Erfüllung gefunden habe. Wie auch schon in den letzten Jahren, konnte ich Dinge verlangsamen. In der Familie haben wir vieles gemacht, was wir mögen. Da waren unsere gemütlichen Tage, mehr Slow Living und wundervolle Slow Travel Erfahrungen. 

Eine Trennung auf Zeit von unserer großen Tochter, die gerade eine Auslandszeit auf den Malediven verbringt, was für uns alle alles andere als einfach ist, gehört ebenso darein.  Aber es ist 2019 und das heißt, sie wird in diesem Jahr wieder bei uns sein. Bis dahin besuchen mein Mann und ich sie im Wechsel, was besonders schön ist. Beruflich hat es bei mir Änderungen gegeben und ich nutze diese Möglichkeit, um mich weiter zu entwickeln. Ich arbeite derzeit hauptsächlich von zu Hause, was eine enorme Disziplin erfordert. 

Ausserdem war mir eins besonders wichtig. Ich habe sehr darauf geachtet das Wort „schnell“ kaum noch zu benutzen. Gerade im Zusammenhang mit Dingen die wir tun möchten, erscheint es mir mehr und mehr unbehaglich. Klingt es nicht viel schöner, wenn ich sage: „Ich trinke erst noch meinen Kaffee aus…“als, „…ich trinke schnell noch meinen Kaffee aus…“. Denn schon setzen wir uns bei so kleinen wertvollen Momenten, wieder einmal dem Stress aus und erledigen Dinge auf der Überholspur.

Ich möchte einfach sicherstellen, dass ich Dinge verlangsame. So schwer ist es nämlich gar nicht, wenn ich auf mich und meine Zeit achte. 

 

 

Was aber wird in diesem Jahr kommen, was kann ich tun, was werden meine Vorsätze sein. Ich denke viel darüber nach, was eigentlich wichtig ist. Immer und immer wieder sortiere ich und komme trotzdem zum gleichen Ergebnis. Vorsätze für das neue Jahr brauche ich nicht. Ich tue das, was ich gerne machen möchte. Das eine kommt, anderes geht. Ich weiß nicht, ob es bei dir anders ist, aber ich für meinen Teil benötige kein neues Jahr, um mit Dingen anzufangen. So werde ich weiterhin eins nach dem anderen beginnen und mich bewusst auf eine bestimmte Sache konzentrieren. Ich will nicht ständig nach vorne schauen und mehr und mehr anfangen, um am Ende das Jetzt nicht vollständig erlebt zu haben. Auch wenn in meinem Kopf immer viel los ist und meine Ideen einfach unendlich scheinen, macht es keinen Sinn, alles sofort zu beginnen. Auf meinem Blog kannst du das Zitat von mir lesen „manchmal muss man es eben anders machen, als die anderen…“ ja und so ist es richtig. Ich denke, dass nur das gut werden kann, was ich auch wirklich fühle. Mein Leben und auch mein Blog ist der Beweis. Ganz egal was kommen wird oder auch nicht, dass ich es für mich und nur mich tue, ist genau das, was wichtig ist. 

Gerne möchte ich es dir an folgendem Beispiel erklären.

Wöchentlich bekomme ich Anfragen, wie ich meine Fotos erstelle oder sie bearbeite. Aber weißt du, das kann ich gar nicht beantworten, weil es mein Stil ist und das widerspiegelt, was ich fühle und liebe. Für mich geht es darum Geschichten zu erzählen und eine gewisse Ruhe im Foto zu hinterlassen. Diese Arbeit kommt aus dem Herzen und ist mir unendlich wichtig. Wie genau sollte ich das je in einer Anleitung vermitteln? Natürlich habe ich über Workshops nachgedacht und ganz ehrlich, diese Idee habe ich noch nicht voll und ganz zu Ende gedacht…vielleicht werde ich es realisieren, vielleicht auch nicht, aber am Ende wirst du trotzdem ein anderes Foto haben, weil es genau deine Handschrift ist… Ich bin ganz fest der Meinung, dass wir mit dem was wir lieben und das was uns wirklich interessiert viel erreichen können. Sich selbst und den eigenen Stil zu finden und nicht anderen etwas nachzumachen.  Versuche nicht zu kompliziert zu denken und deine Möglichkeiten auszuschöpfen, sei so wie du bist und vor allem tue das, was du am Besten kannst. Denn genau das ist der richtige Weg.

 

 

Da ich ehrgeizig bin, weiß ich, dass das was ich mache für mich gut ist, mich erfüllen wird und das ist mehr als ich brauche.

Ich wünsche mir für 2019 noch langsamer zu leben, um mehr zu sehen und zu fühlen, mehr zu geben um zu bekommen. Dir wünsche ich, dass du dir treu bleibst und achtsam mit dir und deinen Ressourcen umgehst.

 

Lots of love | Doreen

15 Kommentare

  1. Liebe Doreen,

    du hast es genau auf den Punkt gebracht. Unsere Zeit ist hektisch geworden. Alles soll nur noch schnell schnell gehen und wir lassen uns allzu oft davon anstecken. Du hast das mit der Tasse Kaffee schon gesagt. Ich erwische mich damit, dass ich mit dem letzten Bissen Brot im Mund schon vom Tisch aufstehe und noch etwas erledigen will. Eigentlich hast du recht. Ich muss es mir nur bewusst machen. Die paar Minuten Auszeit brauchen wir einfach. Sie sind es wert, die Uhr ein wenig langsamer zu drehen. Morgen geht es wieder in die Firma. Ich werde versuchen, ein paar Minuten eher aufzustehen und in Ruhe meinen ersten Kaffee zu trinken. So beginnt mein Anfang – ich hoffe, ich werde nicht wieder rückfällig.

    Liebe Grüße
    Sabine

  2. frau_lo_aus_mo sagt:

    Ach, meine liebe Doreen, dein Blog ist für mich schon Ruhe pur. Alleine durch das Lesen und Anschauen deiner tollen Bilder werde ich schon entspannter. Mir gefallen alle deine Themen. Ob Mode, die Rezepte (der Schokoladenkuchen wird ausprobiert 😉) oder Slow Living… alles ist so interessant! Danke! ☺️😘

    • hedmee sagt:

      Liebe Sigi, ach wie schön von dir zu lesen. So soll es sein und ich freue mich, denn genau so ist es gut. Ich vermisse schon ein wenig deine schönen Bilder. Bis ganz bald.

      Liebe Grüße

  3. Christina sagt:

    Liebe Doreen,
    irgendwie finde ich mich hier immer wieder… ich ersetze nur Dein „schnell“ durch „mal eben kurz“ ;))) wovon ich Abstand nehmen möchte und was gar nicht so einfach ist, wenn man es schon so verinnerlicht hat…
    … und Deine Bilder liebe ich gerade WEIL sie so anders sind als meine, das ist deine „Handschrift“. Diese Bilder gibt es kein zweites Mal. Bei einem Workshop wäre ich aber sofort dabei. Man lernt nie aus …
    Ganz liebe Grüße,
    Christina

    • hedmee sagt:

      Meine liebe Christina, ja, das stimmt. Eben kurz ist auch sehr beliebt. Wenn wir genau au das achten, was wir eigentlich sagen, wird man merken, wie oft wir diese Wörter benutzen. Auch ich ertappe mich immer mal wieder, merke es aber nun zum Glück und korrigiere mich schnell.
      Ich freue mich, dass dir meine Bilder gefallen und wenn ich einen Workshop plane, sage ich dir vorher Bescheid.

      Liebe Grüße

  4. Liebe Doreen, ein wunderbarer Beitrag zu richtigen Zeit. Gerade zu Jahresbeginn beginnt bei vielen die Hektik, was alles sofort erledigt werden muss, was eingeplant werden muss, was alles ansteht. Dabei ist eine langsame Herangehensweise mindestens genauso effektiv und birgt nicht die Gefahr des Stressaufkommens. Daher finde ich besonders den Hinweis auf die Verwendung des Wortes „schnell“ wichtig, denn erst dadurch ist mir bewusst geworden, wie viel dieses im alltäglichen Ablauf verwendet wird und wie es unnötigerweise damit Druck und Unruhe verbreitet. „Schnell noch etwas erledigen“, „schnell etwas besorgen“, „schnell irgendwo hinfahren“ – solche Sätze hören wir doch ständig und sie zeigen, dass nicht in Ruhe an die Arbeiten herangegangen wird. Daher vielen Dank für die tolle Anregung. Hab viele wunderbar „langsame“ Tage im neuen Jahr und alles, alles Liebe

    • hedmee sagt:

      Liebe Gesa, vielen Dank für deine lieben Worte. Oh ja, da gibt es die üblichen Ziele, die man sich vornimmt und meist schon wieder zum Scheitern verurteilt sind. Das Wort „schnell“ hört man so oft und es wird unseren Kindern schon fast mit in die Wiege gelegt. Mach das noch schnell oder jenes noch schnell. Nichts scheint mehr langsam möglich zu sein…schade!

      Liebe Grüße

  5. Mirli sagt:

    Liebe Doreen, erstmal möchte ich dir ein ganz wundervolles und „langsames“ Jahr 2019 wünschen, ich bin ja kein Fan von Vorsätzen und denke wie du, dass jeder Tag der beste Tag ist, etwas Neues zu beginnen, sich zu verändern, zu verbessern. Aber die Idee, das Wort „schnell“ einfach aus dem Sinn und aus dem Kopf zu streichen, das finde ich eine großartige Idee, die ich auch probieren möchte sie umzusetzen. Dass die erste Woche des Jahres nun so „schnell“ verflogen ist, gefällt mir ganz und gar nicht und daran möchte ich arbeiten. Mehr Wert in jeden Tag und jeden Moment, egal wie banal er erscheint. Ich schicke dir ganz ganz liebe Grüße und wünsche dir eine wundervolle neue Woche, alles alles Liebe, x S.Mirli

    • hedmee sagt:

      Liebe Mirli, ich danke dir für deine Wünsche. Wenn man mal genau darauf achtet, dann verwenden viele Menschen immer wieder Wörter wie „schnell“ in ihren Sätzen. Ich glaube, das ist schon sehr unbewusst und normal geworden. Ja, nicht von Wochenende zu Wochenende leben und in jedem Tag einen Tag seines Lebens zu sehen.

      Liebe Grüße

  6. Mone sagt:

    Hey Doreenchen. Was für ein wunderschöner Rück- und Ausblick. Danke für deine schönen und warmen Worte. Ich drück dich. Auf ein fröhliches 2019….. deine Mone

  7. Sabine Gimm sagt:

    „Schnell hett sük dood lopen“. Das ist Plattdeutsch und heiß frei übersetzt: Schnell hat sich totgelaufen. Das hat meine Oma schon zu mir gesagt, als ich noch ein Kind war. Eine gute Einstellung wie ich finde. Ich trinke auch nicht schnell meinen Kaffee aus, sondern ganz in Ruhe.

    Das mit den Fotos kann ich ebenfalls nachvollziehen. Du hast einen ganz eigenen Stil. Wie soll man den vermitteln?

    Alles Gute für 2019 wünsche ich Dir.

    Liebe Grüße Sabine

    • hedmee sagt:

      Ach wie schön. Was habe ich die Zeiten bei meinen Großeltern geliebt. Auch wenn sie wirklich viel gearbeitet haben, war alles intensiver. So viel habe ich von ihnen gelernt, ob stricken oder backen. Wenig materielle Dinge, aber viel Liebe…
      Auch ich wünsche dir alles Gute für 2019.

      Liebe Grüße

  8. Shadownlight sagt:

    Das hast du schön geschrieben. Ruhe und Gelassenheit sowie Leichtigkeit sind es, die das Leben schön machen. Alles Gute für dich!
    Liebe Grüße!

    • hedmee sagt:

      Vielen Dank! Lass uns daran festhalten und es so gut es geht in den Alltag einbauen. Alles Gute auch für dich!

      Liebe Grüße…

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