Minimalismus im Kleiderschrank | wie du richtig entrümpelst

 

Das Thema Minimalismus begegnet uns seit längerer Zeit immer häufiger. Minimalismus sehen wir untereinander wahrscheinlich mit unterschiedlichen Augen, was ich persönlich aber gut finde.
Eine Definition, ab wann sich jemand Minimalist nennen „darf“ sollte es in meinen Augen nicht geben. Jeder sollte nämlich für sich ganz persönlich sein wohlfühlen im Minimalismus finden.

Wenn ich so zurück blicke, muss ich feststellen, dass ich unsere Einrichtung und viele andere Bereiche meines Lebens seit Jahren minimalistisch halte. Ist das Zufall oder kann Minimalismus tatsächlich schon unbewusst zu uns gehören?
Ganz sicher…

 

Minimalismus im Kleiderschrank, ist das möglich?

In den Medien sehen wir Fotos von Kleiderschränken, die nur minimal gefüllt sind. Sogar mobile Garderobenständer oder ein hängender Holzast, mit nur wenigen Kleidungsstücken anstelle eines Schrankes. Und als ob das nicht reichen würde, kommen noch unifarbene und zueinander passende Farben hinzu.

Kann das tatsächlich funktionieren?

Oh jaaa!

 

 

Warum ein überladener Kleiderschrank Stress auslösen kann?

Ein komplett vollgepackter Schrank überflutet uns beim öffnen mit Eindrücken, er erschlägt uns förmlich. Weder ist es übersichtlich, noch inspirierend.
Es ist wie in einem Käseladen. Es gibt so viele Sorten Käse, dass es fast unmöglich ist, alleine diese zu unterscheiden und sich zu entscheiden.

Unsere Lieblingsteile liegen meist vorne einsortiert und werden von Schrankhütern (oft über Jahre) einfach erdrückt. Wir haben den Überblick schon lange verloren und wissen vermutlich oft nicht, was sich noch so alles in unserem Schrank verbürgt.
Wie können wir uns da noch inspirieren lassen? Fast unmöglich. Und da beginnt der Stress und das auch noch gleich am Morgen. Wir probieren an, oft unzählige Male und greifen frustriert und überfordert wieder zu unseren alt bewerten Sachen. Und wieviel Zeit ist uns dabei verloren gegangen? Zeit die wir noch gemütlich für unseren Kaffee hätten nutzen können.
Klingt das nicht genial?

 

 

Aber warum ist euer Schrank dann überhaupt so voll?

Viele Käufe sind reine Glückskäufe und haben oft nichts mit dem eigentlichem Bedarf oder dem eigenem Stil zu tun. Wir wollen uns belohnen und freuen uns über unseren Einkauf. Aber sind wir tatsächlich glücklicher? In diesem Moment bestimmt, aber langfristig?
Wenn es sich nicht um ein neues Lieblingsteil handelt, dann kommt es auch mal vor und einige unserer Käufe werden noch nicht einmal angezogen.
Oft greifen wir zu unseren Lieblingsteilen oder auch immer gleichen Farben zurück. Ganz genau. Weil wir alle unseren Stil haben und ganz bestimmte Outfits einfach lieben.

 

 

Warum Minimalismus in unseren Kleiderschränken aufatmen lässt?

Wir wollen einen Schrank mit einer Garderobe, die uns tatsächlich glücklich macht. Eine Garderobe in der wir uns wohl fühlen und welche wir auch benutzen. Welche immer wieder gewaschen wird und uns mit ihrem tragen einfach selbstbewusst sein lässt. Denn genau das tun Lieblingsteile.
Fast alles kann gut miteinander kombiniert werden und selbst aus wenigen Einzelteilen können oft mehrere Kombinationen für ein tolles Outfit erstellt werden.
Viele Menschen lieben diese sogenannte Capsule Wardrobe.
Bei einigen setzt sie sich aus mehr, bei anderen wiederum aus weniger Basics zusammen. Das Thema werde ich weiterhin im Bereich Fashion ausbauen.

Ein Kleiderschrank voller Glück

Seid ihr bereit?

 

Kleiderschrank ausmisten

Den Schrank mal wieder so richtig ausmisten tun wir wahrscheinlich alle regelmäßig. Oder auch eine Neusortierung zu Beginn einer Saison. Aber ganz ehrlich, wie entscheidet ihr da?

„Ach neee, lieber doch nicht, könnte ich ja vielleicht noch irgendwann mal gebrauchen…“
Ach ja?
Und wann sind diese „irgendwann mal gebrauchen“ tatsächlich eingetroffen?
Wir merken also schon, dass wir einfach noch tiefer an die Sache einen minimalistisch eingerichteten Kleiderschrank zu besitzen, ran müssen.
Komplett planlos frei nach dem Motto „hach jetzt habe ich mal eben eine Stunde Zeit“ wird nicht reichen.
Am besten sucht ihr euch einen Tag heraus, an dem ihr sogar alleine seid. So kann niemand stören und euch von eurem Ziel abhalten.
Es müssen allerhand Entscheidungen getroffen werden, welche euch sogar etwas unwohl rüber kommen mögen. Aber das wird wirklich nur für einen Moment so sein.
Versprochen…

 

 

Bevor ihr los legt, solltet ihr folgende 5 Fragen für euch beantworten

  1. Was macht mich aus?
  2. Wie ist mein Stil?
  3. Welche Farben trage ich überwiegend?
  4. Was habe ich in der letzten Zeit tatsächlich getragen?
  5. Benötige ich Kleidung für Job, Freizeit, Sport etc.?

Auch hier möchte ich euch wirklich ans Herz legen, nur auf euch zu hören und ganz ehrlich zu sein.

Dann kann es jetzt losgehen.

Holt alle Kleidungsstücke aus eurem Kleiderschrank! Macht ihn also komplett leer!
Ihr werdet verblüfft sein, wieviel ihr angesammelt habt und euch sogar über das eine oder andere Stück wundern.

 

Sachen sortieren

Jetzt kommt die eigentliche und ganz wichtige Aufgabe. Sortieren, sortieren und sortieren…
Lieblingsteile, Teile bei denen ihr euch einfach nicht sicher seid und dann die, welche ihr wahrscheinlich schon richtig lange nicht mehr getragen habt oder sogar kaputt sind, zu klein oder zu groß sind.
Lieblingsteile können dabei schon gleich nach Röcken, Hosen u.s.w. sortiert werden. So habt ihr am Ende schon einmal viel Zeit gespart.

 

Entscheidung treffen, aber mit System

Kaputt wird entsorgt, ist klar. Nicht mehr benötigt wird entweder zur Kleiderspende gebracht, an Freunde verteilt oder verkauft.
Kümmern wir uns nun um die Teile, bei denen ihr noch unsicher seid. Geht hier zuerst die 5 Fragen vom Anfang durch. Bleiben dann immer noch welche über, zieht sie an, fragt euren Partner oder Freunde um Rat oder entscheidet aus dem Bauchgefühl, aber denkt daran ehrlich zu sein. Was ihr sowieso schon ewig nicht mehr an hattet, werdet ihr wahrscheinlich eh nicht mehr tragen. Seid also hart zu euch und macht euch frei!

Geschafft…Lieblingsteile da seid ihr ja…

 

Kleiderschrank einsortieren

Wenn ihr konsequent gewesen seid, dann dürfte das jetzt spielend leicht werden.
Lieblingskleidung halten wir gerne in den Händen, ähnlich einem Schatz. So wisst ihr auch, wie ihr diese miteinander kombinieren könnt und das auch immer wieder neu.
Sortiert nach Farben und Themen. Ich liebe diese Sortierung. Es vermittelt Ordnung und Linie, sieht immer aufgeräumt aus und lässt euch schnell etwas finden.

Es gibt minimalistische Kleiderschränke, in denen befinden sich tatsächlich nur wenige Teile. Das ist bei mir in der Tat nicht so. Auf meinen Bildern seht ihr Ausschnitte, denn ich liebe es Besonderes hervorzuheben.

So besitze ich z.B. wirklich viele Röcke, die sich jedoch im Schnitt kaum unterscheiden, aber in der Farbe. Somit zählen sie alle zu meinen Lieblingsteilen, da ich sie auch trage.

 

 

Minimalismus im Kleiderschrank sollte nicht auf Zahlen basieren und jedem seinen Freiraum lassen. Ihr solltet euch gut fühlen.

 

 

 

10 Kommentare

  1. Nicole sagt:

    Liebe Doreen, bin gerade über deinen aktuellen Blogbeitrag bei dem Beitrag über Minimalismus im Kleiderschrank gelandet. Ein toller Artikel und so motivierend, dass ich am liebsten gleich anfangen würde, auszumisten . Aber wie du selber schreibst, man sollte sich Zeit nehmen! Ich tappe immer wieder in die selbe Falle. Ich mag Mode gerne und ich setze mich gerne mit den Trends auseinander, probiere aus, was mir gefällt und steht. Und obwohl ich regelmässig ausmiste, ist der Schrank immer wieder ganz schnell ganz schön voll.
    Das ist frustrierend und der Blick in den Kleiderschrank ist oft erdrückend. Die nd nachhaltig ist es auch nicht!
    Deshalb werde ich das Vorhaben ganz bald in die Tat umsetzen. Ein totaler Minimalist werde ich sicher nicht, aber es wird luftiger und übersichtlicher.
    Ich danke dir für die Inspiration und wünsche dir einen schönen und entspannten Abend. Liebe Grüsse, Nicole

    • hedmee sagt:

      Liebe Nicole, oh ja, das kann ich sehr gut verstehen. So erging es mir auch. Aber wenn du es einmal so richtig machen möchtest, benötigst du wirklich sehr viel Zeit. Aber dann, dann wir des einfach nur wunderbar. Ich bin so glücklich es so extrem durchgezogen zu haben. Ein wahrer Minimalist muss man gar nicht sein. Extreme muss man nicht leben. Auch ich kaufe mir immer wieder neue Mode. Dafür schaue ich aber auch, was dafür gehen könnte. Der Kauf ist nun immer richtig und alles passt gut zueinander.
      Ich wünsche dir ganz viel Spaß und ich bin mir sicher, dass du es als sehr befreiend sehen wirst.

      Sei ganz lieb gegrüßt und melde dich doch gern, wenn du fertig bist…

  2. Toller Beitrag 🙂 So viel Wahres!!
    Hab noch eine schöne Woche und sei ganz lieb gegrüßt,
    Walli und Kathi von http://www.everyonestarling.com

  3. Liebe Doreen, danke für deinen wunderbaren Beitrag. Dieses Thema beschäftigt mich auch schon die ganze Zeit, ich habe es aber bisher leider noch nicht wirklich geschafft, den Minimalismus im Kleiderschrank wirklich umzusetzen. Da kommt dein Text für mich gerade passend und liefert mir die nötige Motivation und Inspiration, endlich aktiv zu werden und ein Stelldichein mit meinem Kasten zu vereinbaren. Der Frühling ist für mich sowieso die Zeit, in der Altlasten abgeworfen werden – da ist ein Aussortieren des Schrankes genau das Richtige und ich freue mich schon auf die Zeit, wenn nur mehr Lieblingsstücke im Kasten sind.
    Danke für deine tollen Tipps und einen schönen Abend.
    Alles, alles Liebe Gesa

    • hedmee sagt:

      Liebe Gesa, sehr gerne. Stimmt, im Frühjahr ist immer ein sehr guter Zeitpunkt dafür. Da ich kaum bunte Garderobe besitze und nur Farben, die ich sehr gut miteinander kombinieren kann, gestalten sich meine Outfit-Kombinationen relativ einfach. Hab ganz viel Spaß mit deinem Kasten und ich bin gespannt, was du vielleicht später berichtest.
      Einen schönen Abend und liebste Grüße,
      Doreen

  4. Petra sagt:

    Mein Lieblingsthema!!!!

    Ich nenne es glücklichmachenden Minimalismus.

    Ich lebe es auch schon lange Zeit und es ist so wunderbar entspannend und schön!

    .. und nicht zu vergessen, das Beste bei einem minimalistischem Kleiderschrank ist, du greifst dir IMMER deine Lieblingssachen,
    weil du nur diese im Schrank hast!

    Danke für diesen tollen Beitrag liebe Doreen!

    Bussilie
    Petra (viamare_mag)

    • hedmee sagt:

      Liebe Petra, wirklich ein schönes Thema…😊 ich liebe und lebe es schon gefühlt immer. Es ist einfach so vieles viel einfacher und „luftiger“…Hab lieben Dank und Bussilie 😘 zurück,
      Doreen

  5. Stefanie sagt:

    Liebe Doreen, was für ein genialer Beitrag! Ich bin total begeistert. So viel Inspiration und Wahrheit in deinen Zeilen . Vielen Dank dafür und einen Termin mit mir selbst und meinem Schrank kommt ganz bestimmt. Einen schönen Tag für dich!

    • hedmee sagt:

      Liebe Stefanie, vielen Dank für deine lieben Worte. Ich freue mich, wenn ich dich inspirieren kann. Dann wünsche ich dir ganz viel Freude beim Ausmisten und später einen herrlich inspirierenden Kleiderschrank zu haben.
      Liebste Grüße
      Doreen

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