Die Sache mit dem Minimalismus | oder auch ein Stück Zufriedenheit

 

Die Fähigkeit zur Vereinfachung bedeutet, das Unnötige zu beseitigen, damit das Notwendige sprechen kann. ~ Hans Hofmann

Dieses Zitat inspiriert mich und beschäftigt mich momentan, mehr denn je. 

 

| Balast

Warum besitzen wir eigentlich so viel? Was sehen wir genau darin für einen Sinn?

Wohin wollen wir überhaupt und in welche Richtung hat sich das Leben gedreht? 

Ihr merkt schon, Fragen über Fragen.

Momentan fühle ich mich, als hätte ich zu einer Zeit den Absprung nicht geschafft. Ich bin müde und satt. Satt von der Fülle, satt von Zahlen, satt von einigen Informationen. Momente in denen mein inneres Ich sagt. „ Lass mich“, „Ich will nicht“ , „Ich finde mich nicht mehr zurecht“… zu viel von außen stürzt fast täglich auf mich ein.

Und es scheint, als ginge es in dieser Gesellschaft immer so weiter und schlimmer noch, immer weiter nach oben. Wo wird eines Tages das Ende sein und wird es überhaupt eines geben?

Nicht umsonst habe ich momentan das große Bedürfnis, irgendetwas ändern zu wollen. 

Plötzlich sehne ich mich nach Dingen, die ich aus meiner Kindheit kenne. Das Einkaufen im Supermarkt war so simple, dass alles überschaubar war. Es gab nur wenige Sorten Milch, Brot, Joghurt, Käse und Wurst. Das Gemüse und Obst erhielten wir nur Saison bedingt.

Jetzt stehe ich vor vollgeräumten Regalen mit einem so vielfältigen Angebot, dass mir selbst das Einkaufen schon lange keinen Spaß mehr macht.. 

Unsere Wahlmöglichkeit in allen Bereichen ist so groß geworden, dass sie uns schlichtweg überfordern kann. Wir fangen selbst bei einfachen Dingen an, komplexe Entscheidungen zu treffen.

Wonach wird derzeit wirklich gestrebt? 

Brauchen wir das alles? 

Warum nicht wieder zurück in eine einfache Zeit und etwas reduzierter leben und konsumieren? Ich weiß, dass unsere Gesellschaft diesen Schritt nicht machen wird. Daher liegt es an uns selbst, ob wir uns darauf weiterhin einlassen wollen oder nicht.

Minimalismus | ein möglicher Weg

Ist das vielleicht der richtige Weg? 

Minimalismus ist nicht einfach, schon gar nicht in seiner Definition. Würde ich mich als Minimalist bezeichnen? Wahrscheinlich nur zum Teil, daher würde ich nicht sagen, dass ich ein Minimalist bin. Es gebe mit Sicherheit einiges, was andere an mir unminimalistisch finden. Aber dazu später mal mehr in einem anderem Beitrag.

Ich achte vermehrt darauf, bewusster einzukaufen, ohne dabei auf etwas zu verzichten, was mir wichtig ist. 

Für mich ist Raum, eine gewisse Klarheit und Großzügigkeit, eben Luxus. Räume die minimal ausgestattet sind, lassen uns doch viel klarer sehen. Dinge die wirklich wichtig sind, können wir viel intensiver wahrnehmen. Ist das nicht sehr attraktiv? 

So auch eine Garderobe aus Lieblingsstücken zu besitzen, welche minimal in ihrer Ausführung ist. Ich halte es gerne schlicht, ob z.B. in meiner Fotografie oder in Blumen. Viel und auch zu viel hat mich schon immer erdrückt. 

Vielleicht mag ich deshalb, das Minimale und das minimalistische Design.

Die Basis für Minimalismus besteht darin, unterscheiden zu können, was wir tatsächlich benötigen, um zufriedener zu sein. Seinen Besitz zu reduzieren, indem wir schauen, was wir wirklich brauchen und was nicht, befreit und schafft Platz. Unnötige Dinge sind dabei nicht unbedingt nur materieller Art. Nein, denn auch negative Gedanken, zwischenmenschliche Beziehungen und auch vermeintliche Pflichten gehören ebenso dazu.

Geht doch einmal nur für euch ein paar Schränke in eurem Haushalt durch. Ihr werdet feststellen, dass sich viele Dinge darin befinden, die ihr seit ewiger Zeit nicht annähernd gebraucht habt. Aber warum bewahren wir sie dann überhaupt auf? Für schlechte Zeiten oder weil wir sie doch irgendwann mal gebrauchen könnten? Und ja, ich kenne diese Gedanken nur zu gut. 

Jedoch habe ich mich irgendwann mal in diesen Prozess des Minimalismus begeben und merke, dass es mir damit richtig gut geht. Nach und nach zu entrümpeln und ernsthaft Entscheidungen zu treffen ohne „naja“ und „vielleicht“. Da all die aussortierten Gegenstände natürlich ihren Wert haben, schaut, ob ihr sie nicht sinnvoll unterbringen könnt. Ein Verkauf, eine Spende oder einfach jemanden eine Freude machen. 

Ich mag es. 

Was für die Einen ein großer Schritt ist, kann für andere ein kleiner Schritt sein. 

Der Weg zum eigenen Zufrieden sein, kann jedoch durch ein einfacheres Leben beeinflusst werden. Das heißt nicht, dass wir auf Dinge verzichten sollen. Nein. Auch ich mag es in den Urlaub zu fahren und mir etwas zu kaufen. Deswegen kann ich trotzdem minimalistisch leben. 

Es gibt Minimalisten die nur unter 100 Dinge besitzen oder asketisch leben. Das muss jeder mit sich selbst ausmachen. 

Mich von Dingen zu trennen, die mir Freude machen, wie z.B. meine Nähmaschine und alles was dazu gehört, würde mich am Ende auch nicht glücklich machen. Kreative Menschen brauchen oft viele Dinge um auch kreativ zu sein. Und das ist doch ein sehr wichtiger Punkt, weshalb ein Leben mit nur 100 Dingen in meinem Besitz nicht für mich funktionieren könnte.

Mir tut es gut bewusster zu entscheiden und achtsamer zu leben. Man kann nicht von heute auf morgen sein gesamtes Leben anders gestalten. Das ist ein Prozess, welcher Geduld und Mut erfordert. 

Es sind nur kleine Entscheidungen, aber dafür bestimmter und nachhaltiger. Ich kann meinen Konsum dadurch deutlich einschränken und ich bin deshalb kein bisschen unglücklicher. 

Momentan ist mir so vieles wichtig, was anderen ganz bestimmt zu tiefst unwichtig vorkommt. Vielleicht ist es ein Test mit mir selbst um das wirklich Wichtige heraus zu finden. Vielleicht rührt es auch aus dem Alter heraus. Vielleicht ist es aber auch einfach nur, dass ich satt bin und zurück möchte. Zurück in etwas Einfachheit ohne dabei auf Dinge zu verzichten, die ich mag. Nein, gerade deshalb…

 

Und ich finde, dass ein wenig Minimalismus dabei helfen kann. 

 

 

Meine Lieben, ich hoffe, ihr könnt meine Gedanken ein wenig nachvollziehen. Veränderungen können uns sehr gut tun. Den Mut dafür aufzubringen ist in der Tat nie einfach. Haltet aber nichts zurück, sondern versucht es in kleinen Schritten. Was kann denn wirklich passieren? Wie sind eure Gedanken oder sogar Erfahrungen?

 

24 Kommentare

  1. Melanie sagt:

    Da geht es mir genauso! Ich habe immer noch viel zu viele Dinge, obwohl ich sehr oft am Ausmisten bin. Beim Make Up bin ich ja schon sehr reduziert. Da besitze ich nur sehr, sehr wenig, das passt alles in einen kleinen Organiszer. Nagellacke habe ich auch nicht sehr viele. Tja, aber immer noch zu viel Kleidung im Schrank, von der ich mich nicht trennen kann. Vielleicht aus Angst!? Ich muss da echt nochmal in mich gehen. Die KonMari Methode gefällt mir ja sehr gut :-*

    viele liebe Grüße
    Melanie / Goldzeitblog

    • hedmee sagt:

      Minimalistischer zu leben ist großartig. Für mich wirklich ein großes Stück Zufriedenheit. Mehr Raum, mehr Platz, mehr Luft und mehr Zeit für wichtige Dinge. Es ist ein langer Prozess, denn die Nachhaltigkeit ist letztendlich so wichtig. In meinen Augen die große Kunst, minimalistischer zu leben.
      Ich kenne das Problem mit der Angst, aber es geht, wenn man sich wirklich voll darauf einlässt.

      Liebe Grüße
      Doreen

  2. Lea Christin sagt:

    Ich bin so ein Mensch der sich selbst nie gut genug ist und deshalb auch oft im Leben nicht genug bekommen kann.. bin da schon so viele Phasen durchlaufen.. Besitz, Leistung, Essen..
    Minimalismus ist für mich einfach jeden Tag aufs neue ein Game Changer für ein erfülltes und bewusstes Leben voller LIEBE <3
    Alles Liebe, Lea von http://leachristin.com

    • hedmee sagt:

      Liebe Lea,

      das freut mich zu hören. Es ist gar nicht so schwer und gibt uns aber sehr viel zurück. Ich verzichte deshalb auch nicht auf schöne Dinge in meinem Leben, ganz im Gegenteil. Gerade weil ich bewusster lebe, ist mir viel mehr möglich. Und die Liebe, ja sie ist ein so wichtiges Gut.
      Viele liebe Grüße,
      Doreen

  3. Christina sagt:

    Liebe Doreen,
    ich kann Dich nur allzu gut verstehen!! Genau das was Du ansprichst war letztes Jahr genau um diese Zeit so präsent in meinem Leben, dass ich tatsächlich nicht einmal mehr essen mochte/konnte. Ich war im wahrsten Sinne des Wortes einfach „satt“… satt von allem!!
    Und das Zitat von Hans Hofmann sagt da eigentlich schon alles! Genau das sind die treffenden Worte! Worte, die einen da auch wieder ein Stück weit rausholen! Wie mit allem, darf man nur die Dinge an sich heranlassen, die für sich wichtig sind und die einem persönlich etwas bedeuten! Ob das Menschen sind, die einen umgeben, Dinge die wir essen möchten oder kaufen möchten…. Hauptsache, wir fühlen uns damit wohl und da ist ganz bestimmt weniger oft mehr! Wir setzen uns oft mit „mehr wollen“ unter Druck aber auch unbedingt mit allem „achtsam“ umgehen zu wollen… ach, ich sage ja, Du sprichst mich mit Deinen Themen sehr an…bringst mich sehr zum nachdenken…Dafür sage ich Danke! Ganz viele liebe Grüße, Christina

    • hedmee sagt:

      Meine liebe Christina, wow, danke für deine Worte. Ich verstehe dich sehr gut und deine Zeilen sind so präsent. Unseren Weg müssen wir ganz alleine finden. Einen der uns das alles nicht sehen lässt. Im Supermarkt blende ich unnütze Dinge einfach aus und lasse mich nicht mehr auf diese Vielfalt ein. Das hilft sehr gut. Bewusst einkaufen und wieder Freude haben. Es freut mich, dass du dich hier bei hedmee so wohl fühlst. Schön, dass du da bist 😊
      Wundervolle Pfingsten Christina und liebe Grüße,
      Doreen

  4. Moni sagt:

    Meine liebe Doreen, ich brauchte genug Zeit um diesen Beitrag in Ruhe lesen zu können. Meine Antwort kommt deshalb etwas später. du hast mich so in deine Gedanken mitgenommen, dass ich hin und weg war. Ich habe ihn sogar mehrmals gelesen, um deine Worte noch intensiver aufzunehmen. Auch ich bin sehr angetan von Minimalisten, die nur mit so wenigen Dingen auskommen können. Ich habe darüber einmal einen Bericht gelesen und fand es zwar sehr interessant, aber habe festgestellt, dass ich es mal für eine bestimmte Zeit zum Runterkommen testen würde, aber immer? Du schreibst so schön von Bewusstsein und Eigenentscheidung. So ist das auch. Kleine Veränderungen vornehmen, das halte auch ich für richtig. Mir gefällt deine Art und das du eine gewisse Kritik in deinen Beiträgen zulässt.
    Ich wünsche dir schöne Pfingsten, Moni

    • hedmee sagt:

      Liebe Moni, das ist doch überhaupt kein Problem. Wie du siehst, habe auch ich nicht immer sofort die Zeit in Ruhe zu antworten. Ich bin so gerührt, dass ich dich so „mitnehme“. Das ist für mich ein schönes Kompliment, lieben Dank, Moni!!! Eine Auszeit mit ganz minimalem Aufwand und auch Ausstattung, klingt tatsächlich sehr interessant. Bestimmt ist das auch irgendwo möglich.
      Ich wünsche dir auch erholsame Pfingsten und liebe Grüße,
      Doreen

  5. Marie sagt:

    Hallo Liebe Doreen,
    Noch ein schöner Beitrag. Danke dass du deine Gedanken geteilt hast. In diesem Thema habe ich auch das Gefühl, dass wir zu viel haben. Ich denke mit dem Alter bin ich bewusster geworden. Ich versuche nicht viel zu kaufen und immer quality over quantity. Ich liebe deine Fotografie und dein Zuhause is genau mein Stil 🙂
    Ich wünsche dir einen schönen Abend.
    Liebe Grüße
    Marie

    • hedmee sagt:

      Liebe Marie,dankeschön für deine Worte. Sich durch einen Blog zu lesen, braucht seine Zeit, nicht? Aber das ist gut. So habe auch ich bei dir, immer schöne Momente, wenn ich diese brauche. Ich glaube auch, dass wir mit dem Alter anders entscheiden und denken. Jede Zeit bringt so etwas Besonderes mit sich. Weniger zu kaufen, ist überhaupt nicht schwer. Ich habe das auch gelernt und für richtig gut eingestuft. Die Dinge die ich mir kaufe, sind dafür um so wertvoller für mich.
      Ich freue mich sehr, dass die Art meiner Fotos gefällt.
      Hab einen wundervollen Tag und liebe Grüße nach Frankreich 🇫🇷

  6. Meine liebe Doreen, was für ein genialer und inspirierender Beitrag, den du wieder geschaffen hast. Ich liebe es so, auf deinen Blog zu kommen und deine Beiträge zu lesen, weil sie immer so treffend ein Thema aufgreifen und ich immer etwas davon mitnehmen kann. So ist es auch hier wieder: ich habe oft richtig das Gefühl, unter der Flut der Informationen und Einwirkungen zu ersticken. So viel Unnötiges, dass im Laufe eines Tages auf uns einströmt und unsere Aufmerksamkeit will. Es fällt dann oft schwer, das Wesentliche herauszufiltern und die Gedanken darauf zu konzentrieren. Daher ist es wichtig, dass wir uns diese Situation bewusst machen und uns aktiv dagegen werden. Dabei geht nicht um Informationen und Materielles, sondern – wie du so wunderbar geschrieben hast – auch Beziehungen und negative Gedanken gehören dazu. Wir belasten uns doch oftmals mit einer Einstellung über viele Jahre – warum diese nicht überdenken und loslassen. Loslassen ist ein ganz wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang und erstreckt sich über alle Bereiche. Wenn wir uns immer wieder fragen, was brauche ich wirklich, was tut mir gut, dann werden wir es langsam, aber stetig schaffen. Ich freue mich schon auf weitere Beiträge zu diesem Thema.
    Ich wünsche dir einen schönen Abend und alles, alles Liebe

    • hedmee sagt:

      Liebe Gesa, ich freue mich so über deine Worte, hab großen Dank. Ja, die Fülle an Informationen überreizt uns. Es ist unglaublich, was wir uns eigentlich damit antun. Ich versuche es für mich auszublenden und bewusster damit umzugehen. Momentan bin ich sogar am überlegen Instagram aufzugeben, oder es anders zu führen. Ich weiß noch nicht. Aber ich werde das für mich beobachten und entscheiden. Und gerade die sozialen Medien sind ein Punkt, wo ich denke, brauche ich das wirklich? Was gibt es mir tatsächlich? Dazu habe ich bereits einen Artikel fertig und bin selbst ganz gespannt, wie ich mich weiterhin dazu aufstellen werde.Wie du schon schreibst, loslassen ist oft die beste Entscheidung.
      Ich wünsche dir wundervolle Pfingsten und sende dir liebe Grüße,
      Doreen

  7. Heike sagt:

    Guten Morgen Doreen, genau . Dein Beitrag ist so stimmig und berührt mich zutiefst. Mir ergeht es da ähnlich wie dir. Sich aber mal die Ursache vor Augen zu halten, ist eine gute Idee. Natürlich liegt es an jedem einzelnen, etwas zu ändern. Da stimme ich dir zu. Deine Gedanken berühren mich immer so sehr, dass ich oft erst dann anfange, darüber nachzudenken. Und das tut mir so gut. Ich bin Blogs gefolgt, wo fast täglich neue Outfits in extremer Art und Weise vorgestellt werden. Oder auch Kosmetik. Kann man sich das wirklich laufend kaufen?
    Ich bin dir sehr dankbar für deinen Anstoß und werde auch für mich tiefer in diese Thematik gehen. Viele Grüße von Heike

    • hedmee sagt:

      Liebe Heike, Dankeschön für deine liebe Rückmeldung. Oh ja, ich kenne diese auch. Aber habe für mich entschieden, sie zu meiden. Diese Fülle ist sowieso nichts für mich und überfordert mich.Ganz zu schweigen, von den Unmengen an Kosmetika. Wer brauch das denn wirklich und noch viel schlimmer, es werden Unsummen dafür ausgegeben. Aber das ist natürlich meine ganz persönliche Meinung und jeder soll ja das verfolgen, was er für sich für richtig hält.
      Liebe Grüße und schöne Pfingsten wünscht,
      Doreen

  8. Sophia sagt:

    Liebe Doreen, was für ein Artikel. Du sprichst mir aus der Seele. Wie du schon sagst, wird unsere Gesellschaft sich nicht ändern. Das können wir wohl vergessen. Aber was jeder selbst für sich draus macht, ist das Entscheidende. Wohlmöglich bin ich auch komplett überreizt, da die Flut von überall her kommt. Wenn wir dann auch noch unsere Kinder ein Stück davor bewahren könnten, wäre das gut. Dinge schätzen zu lernen und nicht immer und sofort Neues zu erhalten. Sie darauf zu erziehen, dass das was sie haben, wertvoll ist. Ich würde mich auf mehr freuen und grüße dich ganz liebe, Sophia :-))))

    • hedmee sagt:

      Liebe Sophia, hab lieben Dank für deine Worte. Ich glaube auch nicht daran, dass die Gesellschaft das irgendwann schafft. Ganz im Gegenteil. Um so mehr, müssen wir auf uns achten und es durch andere Wege schaffen. Kinder davor zu bewahren, ist eine sehr große Herausforderung. Ich kann das sehr gut aus eigener Erfahrung berichten. Unsere Kinder gehen z.B. nicht auf eine staatliche Schule und die Reize sind noch auf einer ganz anderen Art jeden Tag da. Und trotzdem konnten und können wir ihnen zeigen, dass es nicht sein muss und auch anders geht.
      Auf jeden Fall wird es auf hedmee weitere Beiträge zu diesem Thema geben, einfach weil ich es liebe und überzeugt davon bin.
      Einen schönen Abend und liebe Grüße,
      Doreen

  9. Pe sagt:

    Liebe Doreen,

    deine kompletten Zeilen sprechen mir sooo sehr aus dem Herzen.

    Durch unsere Gespräche weißt du das ja bereits.

    Minimalismus darf für jeden etwas Anderes bedeuten.

    Auch ich lebe diesen Prozess schon lange mit viel Bewusstheit. Es fühlt sich immer klarer und entspannender an, zumal eben auch anstrengende Gedanken miminmalisiert werden „dürfen“ 😉

    Ein immer wieder spannender, interessanter, glücklichmachender Weg!!!

    Schön, sich mal wieder darüber austauschen zu können!

    Liebes Grüss’chen
    Petra

    • hedmee sagt:

      Liebe Petra, hab lieben Dank für deine Worte. Ich freue mich so sehr darüber. Minimalismus muss auch zwangsläufig für jeden anders in der Bedeutung sein. Dieser Grad ergibt sich z.B. schon, wenn Kinder mit im Haushalt leben. Verschiedene Hobbys oder Interessen, lassen nun einmal auch mehr an Dingen da sein. Und trotzdem kann ein Haushalt oder das Leben minimalistischer gestaltet werden.
      Ich freue mich weiterhin auf unsere Telefonate und den Austausch hier.
      Sei lieb gegrüßt und bis ganz bald,
      Doreen

  10. Mone sagt:

    Hey Doreenchen. Dein Artikel ist wie immer so treffend und klar positioniert. Und ich kann deine Gedanken total nachvollziehen. Mir geht es auch so oft so, dass diese Reizüberflutung mich total müde macht. Erst vor wenigen Tagen auf dem Berliner Hauptbahnhof. Reizüberflutung pur. Vier Etagen, viele Gerüche, verschiedene Sprachen, Lautstärken, Züge, verschiedenes Kofferrollgeräusch….. und und und. Ich sitze dazwischen und fühle mich einsam. Davor die Tage sind Sven und ich tagelang durch den Spreewald geradelt. Natur pur, keine Menschen nur Natur und wir. Da fühlte ich mich wohl. Mit diesem kleinen Beispiel will ich Dir nur aufzeigen, dass du mit deinen Gedanken keineswegs allein bist. So wie Anka es oben beschreibt: „Die Gesellschaft gibt ein klares NEIN vor…“. Es liegt an uns, dem zu trotzen und gut zu uns zu sein oder diesen Wahnsinn mitzumachen. Bleibe Du eins DU,…… Du bist gut so. Küsschen. Deine Mone

    • hedmee sagt:

      Liebe Mone, hach was freue ich mich über deinen Kommentar. Da ich dich sehr gut kenne, weiß ich, dass du meine Zeilen so gut verstehst. Auf dem Weg auf die Malediven, haben wir auch Hauptbahnhöfe durchquert und mir erging es genauso. Selbst in den Citys von Großstädten, habe ich mittlerweile ein großes Problem. Eure Fahrradtour durch den Spreewald, war mit Sicherheit extrem erholsam. Nichts wird verschluckt oder geht unter.
      Einen schönen Abend und liebe Grüße,
      Doreen

  11. Jessie sagt:

    Liebe Doreen

    Beim Lesen deiner Zeilen ummantelt mich ein sehr vertrautes Gefühl und Gedanken. Besonders die Reizüberflutung ist mir ein sehr zentrales Thema. So vieles ist mir schnell mal zu viel und ich bin völlig überfordert. Brauche lange Zeit erlebtes und gesprochenes zu verarbeiten. Pausen in Stille für ich ohne äussere Reize sind in meinem Tagesablauf fest eingeplant, Meditation + Yoga meine treuen Begleiter auf einem Lebensweg. Der Weg zur inneren Ruhe und der Loslösung sind für mich der Schlüssel um in einer immer hektischer und völlig überfüllten Welt zurecht zu finden. Wir müssen uns verändern um mit der Welt klar zu kommen. Immer wieder kommt bei mir der Wunsch auf noch weniger und langsamer auf, dass ich mir wünsche in einer einsamen Hütte am Meer zu leben nur mit meinem Liebsten und wir sind zum grossen Teil Selbstversorger, Menschen zu treffen würde zu einer Entscheidung die ich stimmungsmässig treffen darf. Aber so läuft das nun mal nicht. Seit einigen Jahren beschäftige ich mich mit der Thematik „Was/wer macht mich“ glücklich, in welcher Form zu Leben entspricht mir und was brauche ich wirklich in meinem Leben? Welche Menschen tun mir gut und welche Beziehungen sind nach einer gewissen Zeit nicht mehr stimmig oder haben für uns als Lernfeld ausgedient? Welche Anteile in mir rufen nach Sättigung von materiellem, Ablenkung um meine innere Stimme zu übertönen. Etwas schmerzlich durfte ich vor 10 Jahren erfahren was passiert der inneren Stimme keinen Raum zu schenken. Wofür ich unendlich dankbar bin. Den von da an habe ich begonnen ein achtsames und spirituelles Leben zu führen. Glücklicherweise darf erfahren, wie befreiend und leicht ich mich seit diesem Schritt immer mehr fühlen darf. Die Loslösung von äusserem befreit auf allen Ebenen. Heute kann ich nicht mehr nachvollziehen wieso mir so viele Dinge einmal wichtig waren. Minimalismus verspricht genau auch auf meine Bedürfnisse stimmig zu sein. Obwohl ich gestehen muss, der Begriff ist zu einer Modeerscheinung geworden. Was ich bereits wieder etwas bedaure. Doreen, ich könnte dir noch ewig lange schreiben und ich bin mir sicher wir würden viele Ebenen zum Diskutieren finden. Vielleicht klappt es bald einmal?

    Herzlichst
    Jessie

    • hedmee sagt:

      Liebe Jessie, deine Worte tun mir gut und ich danke dir dafür. Es stimmt, wir müssen uns verändern, wenn wir irgendwie weiter glücklich sein wollen. Diesen Weg zu finden, halte ich für möglich. Vor einigen Jahren habe ich aus gesundheitlichen Gründen, vieles geändert. Und das war ein sehr lehrreicher und für mich positiver Schritt. Sich loszulösen und mehr auf sich zu achten.
      Aus meiner Kindheit weiß ich, dass es anders funktionieren kann. Und diese Erinnerungen hole ich mir so gerne immer und immer wieder zurück.
      Deine Idee von der einsamen Hütte am Meer, kann ich sehr gut nachvollziehen.
      Das wir uns mal irgendwann treffen, ist sicher. Ich freue mich sehr darauf, weil ich durch unsere Kommunikation weiß, dass wir uns wohl auch ohne viel Worte verstehen würden.
      Einen schönen Abend und liebe Grüße,
      Doreen

  12. Anka sagt:

    Liebste Doreen, ich finde es wichtig diesen Prozess zu durchlaufen. Jedoch müssen wir uns im Klaren sein, dass nicht alles so minimalistisch laufen kann. Die Gesellschafft gibt, NEIN, fordert es sogar anders ein. Regeln, Gesetze, Anforderungen die uns jeden Tag auf ein Neues fordern. Deshalb ist es wichtig, sich das kleine Stück Freiheit für Sich zu schaffen.
    Womit bin ich zufrieden, womit kann ich Leben um doch Erwartungen zu erfüllen und trotzdem glücklich und zufrieden zu sein.
    Ich hoffe du findest deinen Weg.

    LG

    • hedmee sagt:

      Liebe Anka, ja, es ist sogar ziemlich wichtig. Aber ich denke auch erst, wenn man wirklich dafür bereit ist. Vorher wird man es vermutlich gar nicht erkennen. Obwohl ich mir fast sicher bin, dass die Menschen schneller an diesen Punkt kommen werden, als wir jetzt vielleicht noch vermuten mögen.
      Einen schönen Abend und liebste Grüße,
      Doreen

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