SLOW LIVING | Beginners Guide

Hast du öfter das Gefühl, dass du mit vielen verschiedenen Dingen gleichzeitig zurecht kommen musst? Wenn du laufend nur damit beschäftigst bist, in der Gegenwart zu denken und das JETZT vollkommen vergisst. Ein Montag, der schon wieder da ist und hoffentlich bald Wochenende ist. Ist es richtig so zu denken? Ist nicht jeder Montag auch ein Tag in deinem Leben? Natürlich, und auch er ist es wert schön gelebt zu werden.

Ich mag meine Welt, mein Leben, mein ICH. Dazu gehört seit Jahren Minimalismus und Slow Living. In vergangenen Beiträgen habe ich schon oft über meine Vorstellungen dazu geschrieben. 

Meine Vorstellungen und mein Lebensstil müssen nicht unbedingt ideal für dich sein. Das wäre auch schwierig, weil wir völlig andere Voraussetzungen mitbringen. Ein Tag bei mir sieht wahrscheinlich anders aus, als bei dir. Unsere Abläufe gleichen sich nicht und das was wir tun wahrscheinlich auch nicht. 

Deine Art von einer Vorstellung eines ähnlichen Lebensstils wird daher einzigartig und persönlich sein.

Und das ist in Ordnung.

| WAS BEDEUTET LANGSAMES LEBEN FÜR MICH

Diese Frage stellen mir immer wieder Freunde und Menschen, mit denen ich ins Gespräch komme. Um mich herum scheint die Welt sich immer schneller zu drehen und die Menschen versuchen verzweifelt auf die Bremse zu treten und möchten langsamer leben.

Diese Art zu leben, habe ich auch erst vor 7 Jahren gelernt, was mehr oder weniger passieren musste. Ich habe schnell gemerkt, dass die Umsetzung ein längerer Prozess war. 

Slow Living ist einfach mehr, als Leinenschürzen zu tragen und Blumen ins Haar zu binden, Kaffee und Bücher zu fotografieren und am Meer zu sein. Nicht das ich das nicht mag, ganz im Gegenteil, aber die Realität sieht nun einmal weitaus anders aus. Und trotzdem liebe ich diese Bilder, auf denen genau das widergespiegelt wird. Sie vermitteln mir selbst Ruhe und zeigen mir den starken Kontrast zur Realität.

Durch einen langsamen Lebensstil kannst du dein Denken, Essen, Tun und Leben verändern. Zu versuchen Dinge so zu nehmen, wie sie gerade passieren, es zu mögen und etwas Schönes daraus zu machen. Zu versuchen den wichtigsten Moment, dem Jetzt, nicht mit Gedanken vollzupacken, was als nächstes passiert. Dazu habe ich einen schönen Vergleich. 

In einer sehr netten Unterhaltung mit Freunden, kamen wir auf den Slow Moment eines Bades zu sprechen. „Was für ein Slow Moment während des Badens?“ …oh jeee. Unsere Gedanken von dem gleichen wundervollen Erlebnis waren um Welten verschieden. Während der eine dabei schon in Gedanken Wäsche wäscht, das Abendessen vorbereitet und die Fenster putzt, genießt der andere den Moment. Eine Me-Time, die gerade jetzt mal nur für dich da sein sollte, ohne Gedanken an die Gegenwart. 

Zu versuchen, nicht vom wichtigsten Moment abzuschweifen, scheint schwierig für viele von uns zu sein. Damit meine ich nicht, doppelte Zeit für solch einen Moment zu schaffen, sondern nicht überstürzt zu sein und unnötigen Druck zu spüren, um etwas schnell zu beenden. Konzentriere dich auf das was du JETZT tust und versuche einen entspannten Ansatz zu verfolgen. 

Da du gerne meinen Blog liest, gehe ich davon aus, dass du in deinem Leben etwas müde bist, von hier nach da zu eilen und etwas Korrektur gut gebrauchen könntest. Ein wenig Chaos zu minimieren und Tempo aus deinem Leben zu nehmen.

| SLOW LIVING 

Im SLOW LIVING geht es um langsame Ansätze im Alltag. Mehr davon zu tun, was du liebst und die Dinge die unnötig sind, loszulassen. Kleine Dinge zu schätzen und sie überhaupt erst einmal zu erkennen. Dazu ist es nicht wichtig in Teilzeit zu arbeiten oder irgendwo im Nichts zu wohnen. 

Ich möchte dir heute ein paar Tipps mit auf den Weg geben, die dir helfen können, einen langsameren Lebensstil zu finden. Es wird dir nicht von heute auf morgen gelingen, aber glaube mir, es ist möglich. 

| BEGINNE DEN TAG LANGSAM

Nichts ist vergleichbar, mit der Ruhe am Morgen, bevor der Tag so richtig erwacht. Wenn du das jedoch nicht kennst, ist es schwer es zu verstehen.

Stehe nicht in letzter Minute auf, um schon gestresst in den Tag zu starten. Schaffe dir Zeit und stelle deinen Wecker eine halbe Stunde früher als sonst. Ich mag es z.B. noch ein Kapitel am Kaffeetisch zu lesen, bevor mein Arbeitstag beginnt. 

Lass dich nicht von deinem Handy wecken, weil du so wohlmöglich noch im Bett die sozialen Medien, Mails oder das Wetter checkst. Glaub mir, du wirst nichts verpassen, wenn du genau das erst später tust. Wie wäre es, dir wieder einen Wecker anzuschaffen, den du noch aus vergangenen Zeiten kennst und das Schlafzimmer zu einer handyfreien Zone erklärst? Das geht nicht? Oh doch …

| VERLANGSAME DEINE ESSGEWOHNHEITEN

Nehme dir Zeit zu essen. Tue es auf keinen Fall im Stehen und eher seltener vor dem Fernseher. Setze dich an einen Tisch und gehe somit der Ablenkung aus dem Weg. Genieße dein Essen und genieße es nach Möglichkeit mit deinen Lieben gleichzeitig. Sehe es als eine alleinige Beschäftigung, ohne das du dabei anderes erledigst. Versuche eine Liebe zu selbst gemachten Gerichten zu finden. Gerade in der heutigen Welt der Vereinfachung und Bequemlichkeit, neigen wir schnell dazu, uns für die schnellere Variante zu entscheiden. Schließlich warten noch tausend andere Dinge auf uns, die „dringend“ erledigt werden „müssen“. 

Eine Mahlzeit selbst zu kochen, den Tisch schön einzudecken und somit eine wundervolle Atmosphäre zu schaffen, wird die Zeit von ganz alleine verlangsamen. Denn du hast einen schönen Moment geschaffen, den du und deine Lieben genießen werden. 

| FINDE ZEIT AUCH MAL NICHTS ZU TUN

Eigentlich ziemlich schade …Zeit finden zu müssen, um auch mal nichts zu tun. Aber tatsächlich wäre es das auch, wenn wir die Prioritäten mal wieder ändern würden. Wie wäre es, mal einen Schritt zurück in die Vergangenheit zu gehen. Handyfreie Zeiten einzuführen und in dieser Zeit einfach mal nichts zu tun oder sich mit Dingen zu beschäftigen, die einem früher wichtig waren. Ganz bewusst z.B. zu stricken, zu lesen, zu schlafen …

Viele Menschen sind z.B. so damit beschäftigt, das Leben anderer zu beobachten und verschenken viele Stunden am Tag ihres eigenen Lebens, ohne Mehrwert für sich selbst zu erhalten

| SEI ALTMODISCH

Wann hast du das letzte Mal eine Karte oder einen Brief geschrieben? Es macht so viel Spaß und verlangsamt in diesem Moment dein Leben. Ja es ist altmodisch, aber sehr beruhigend. Wir neigen immer mehr dazu, selbst zu einem Geburtstag einen Text ins Handy zu schreiben. Es hat sich zu einem System entwickelt, um sogar auch Glückwünsche schnell loszuwerden. 

Dabei ist die Bedeutung einer Karte oder eines Briefes so viel mehr wert. Kreativ altmodisch gehört für mich definitiv zum Slow Living. 

| FREUNDE TREFFEN

Eins der Dinge, welches ich lernen musste war, die richtigen Freunde zu treffen. Denn Freunde sind nicht gleich Freunde. Entscheide dich nur für ein Treffen, wenn du es auch wirklich möchtest. Entscheide für dich und habe nicht stets und ständig das Bedürfnis, es hauptsächlich den anderen recht zu machen. Es geht um deine Zeit und darum, dass du dich gut fühlst. Gemeinsam Zeit zu verbringen ist wundervoll, aber nur dann, wenn es die richtigen Menschen sind. 

| FINDE EIN HOBBY

Ein Hobby ist eine wunderbare Sache, um zu verlangsamen. Den Stress des Arbeitstages abzulegen und auf andere Gedanken zu kommen. Zeit mit sich zu verbringen und glücklich zu sein. Ich z.B. lese, schreibe, stricke, backe, koche und und und …sehr gerne. Diese Hobbys erlauben es mir, ruhiger zu werden und zu genießen. Es gibt vieles, womit du dein Leben verlangsamen kannst. Viele Tätigkeiten eignen sich ganz wunderbar dafür. Probiere es aus! Lass es wieder mehr zur Routine werden!

| ÜBERLEGE WAS DU WIRKLICH BRAUCHST

Friedliche Momente, mehr Zeit, Dinge tun, die unsere Leidenschaften antreiben, sind Herzstücke unserer Wünsche. Einen Zustand zu erreichen, mit dem was man hat, zufrieden zu sein. Identifiziere deine Bedürfnisse. Überlege was du wirklich brauchst! An welchen Dingen hast du richtig Freude und was stresst dich. Sortiere aus!

Verbringe dadurch weniger Zeit mit saubermachen, aufräumen und der Suche nach Dingen, da du nur das hast, was du brauchst und alles seinen Platz hat. 

Egal was du zu deiner Priorität machst, wichtig ist zu beginnen. Gehe Schritt für Schritt vor und du wirst erkennen, was in deinem Leben funktioniert und was nicht. 

Wenn wir unsere Zeit mit vergangenen Zeiten vergleichen, werden wir feststellen, dass wir viel mehr Freizeit haben. Und trotzdem haben wir das Gefühl, dass alles schneller und stressiger ist. Auswahl, Konsum, Medien, Entscheidungen sind schier unendlich und komplex geworden und verlangen einiges ab. 

Es ist wichtig zu lernen, wofür man sich Zeit nehmen möchte. Die Zeit die zur Verfügung steht, mit Dingen zu füllen, die wirklich wichtig sind. Sich zu sehen und zu erkennen, was man will, auch wenn dazu auch gehört, mal nein zu sagen. 

Materiell geht es uns gut. Konsum stellt heutzutage selten noch einen Glücksfaktor da. Der Glücksmoment ist schnell verflogen und wir befinden uns in der gleichen Situation wie vorher. Wir sind gesättigt vom Überfluss und den Möglichkeiten und viele sehnen sich zu mehr Einfachheit und Langsamkeit im Leben.

Slow Living und Minimalsimus gehören deshalb für mich zusammen. Das Glück zu fühlen, sollte Priorität haben. Abstand von der Vollbeschäftigung zu finden und aufhören zu denken, dass vielbeschäftigt toll und wichtig ist. 

Beginne dein Leben schöner zu machen, mit wertvollen Momenten!

Slow Living bedeutet für mich, dass ich es genießen kann, ein Buch zu lesen, spazieren zu gehen, den Kaffee zu schmecken, mit meinen Lieben zusammen zu sein, im Garten zu arbeiten, Wäsche in den warmen Monaten nach draußen zu hängen, zu stricken … 

ENJOY THIS MOMENT and KEEP IT SLOW!

Lots of love | Doreen

8 Comments

  1. Nessa sagt:

    Ich glaube, das ist mein mit Abstand liebster Blogpost von dir, liebe Doreen.
    Es ist einfach genial, wie du das „Slow Living“ in Worte fassen und mit kleinen Beispielen zum Leben erwecken kannst.
    Jedem, der sagt „Hygge, sowas albernes, das bedeutet doch nur, Kerzen aufzustellen und eine schöne Decke zu kaufen“, dem würde ich gerne diesen Post zeigen. Denn es steckt so unheimlich viel wahres und wissenswertes darin!
    Für mich ist „altmodisch sein“ der ultimative Weg zum entschleunigen, deshalb liebe ich mein Bullet Journal so sehr. Meine Hände zu benutzen, kreativ zu sein und mit Stift und Papier herum zu werkeln, entspannt mich sehr.
    Grüße
    Nessa
    https://ichdupasst.blog

  2. Vanessa sagt:

    Liebe Doreen,

    ich bin gerade zufällig auf deinen Blog gestoßen und bin total begeistert! Dieser Beitrag ist mit Abstand das beste, was ich in den letzten Monaten gelesen habe, denn es spricht mich total an!!! Mein Mann und ich kommen gerade aus den Flitterwochen zurück. Das hatte ich mir auch gleich zum Anlass genommen, meinen Laptop mal drei Wochen zugeklappt zu lassen, denn ich hatte ihn daheim gelassen. Außerdem habe ich vier Bücher gelesen, keine Ahnung, wann ich das in so kurzer Zeit zuletzt geschafft habe. Dein Satz „Abstand von der Vollbeschäftigung zu finden und aufhören zu denken, dass vielbeschäftigt toll und wichtig ist. “ spricht mir total aus der Seele. Und doch bin ich noch weit davon entfernt, bei mir von Slow Living zu reden. Daher danke für deinen Worte, ich werde mir deine Tipps zu Herzen nehmen!

    Ganz liebe Grüße Vanessa
    PIECESOFMARIPOSA.com

  3. Christine sagt:

    Gerade sich die Zeit zu nehmen mal wieder eine Karte zu schreiben, ein Geschenk zu machen usw. finde ich sehr schön! Das machen wirklich nicht mehr viele und umso mehr Wert bekommen solche Geschenke. 😉
    Und generell muss man sich heutzutage einfach öfter mal Pausen vom Online-, immer erreichbar sein etc. nehmen…

  4. S.Mirli sagt:

    Meine liebe Doreen, ich liebe deinen Blog einfach so sehr, weil ich mir Zeit dafür nehme, weil ich mir in Ruhe jedes Wort einpräge und heute hier erkenne, dass ich bisher vielleicht keinen Namen für meine Art zu leben hatte, aber intuitiv genau all das „befolgt“ habe. Jahrelang war ich wie so ein Duracellhaserl, ich hatte immer das Gefühl ich muss „machen“ und „dort sein“ und ja nichts verpassen. Vielleicht ist es eine Sache des Älterwerdens, aber irgendwann hat mich das nur noch müde und unglücklich gemacht. Ich habe jeden Bereich meines Lebens reduziert, bin im vielen noch im Umbruch und Wandel, aber es tut so unglaublich gut, zurück zur Basis zu gelangen. Einen Moment genau dann zu genießen, wenn er stattfindet und nicht erst, wenn ich mich daran zurückerinnere. Einfach im hier und jetzt sein, hört sich so leicht an, ist aber so schwierig. Vielen Dank für deine Oase, die du hier geschaffen hast. Ich wünsche dir eine ganz wundervolle und ruhige Woche, alles alles Liebe, x S.Mirli
    https://www.mirlime.com

  5. Shadownlight sagt:

    Hey, das sind tolle Tipps- vor allem Freunde treffen- es gibt eben doch nur ein paar ganz Feste und Richtige.
    Liebe Grüße!

    • hedmee sagt:

      Vielen Dank! Gerade Freunde zu treffen ist sehr schön, wenn es für uns auch wirklich wertvoll ist. Daher gebe ich dir vollkommen recht.

      Liebe Grüße …

  6. Isabella sagt:

    Hallo meine Liebe;)
    Danke für die hilfreichen Tipps, ich muss wirklich einmal überdenken was ich wirklich brauche, v.a. von materiellen Dingen muss ich mich trennen…deine Impressionen sind wieder ein absoluter Traum;)
    Hab einen schönen Sonntag:)
    Liebe Grüße
    Isa
    https://label-love.eu

    • hedmee sagt:

      Sehr gerne. Ich denke, dass der Trend immer mehr in diese Richtung geht. Die Sättigung ist einfach da und viele finden darin kein Glück mehr.
      Auch für dich einen wundervollen Sonntag,

      Liebe Grüße …

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