Auslandszeit | Malediven und zurück

 

und die „power of little steps“ … Das Auslandsjahr hat begonnen. Wie konnte das so schnell gehen?

 

Während unserer Reise im März auf die Malediven, schmiedeten Aimée und wir die wildesten Pläne für eine Zeit nach dem Abitur. Australien macht jeder, Neuseeland macht jeder, Au-pair macht jeder…

“ warum nicht auf die Malediven gehen und das tun, was mir Spaß macht“… ja, warum eigentlich nicht.

 

Noch vor Ort wurden aus diesen Gedanken richtige Pläne. Alle waren von dieser Idee so begeistert, dass die Gedanken an Abschied, loslassen und vermissen noch im Hintergrund standen. Schließlich waren es bis August ja auch noch einige Monate.

 

Eine neue Lebensphase beginnt

Ich muss gestehen, dass dieser Tag schneller kam, als mir lieb war.

Hätte ich mich trotzdem anders verhalten, wenn ich meine Gefühle von heute damals schon gekannt hätte.

 

Nein, hätte ich nicht…

 

 

Alles war bis ins Detail besprochen und organisiert. Es ging also wirklich los. Und doch, mir wurde plötzlich und unerwartet klar, dass man Kinder nicht kriegt, um sie zu behalten, sondern um sie eines Tages am Flughafen, an Bahnsteigen oder in klapprigen Autos in ihr eigenes Leben zu entlassen. Das als Eltern zu verstehen, ist mehr als schwer. Ich hätte das nie für möglich gehalten, aber dieser Gedanke ist trotz allem kaum zu ertragen. Hielt ich dich nicht erst noch 19 Jahre und genau 7 Monate an „meiner Hand“?

Auf dich wartet jetzt eine komplett andere Welt, voller neuer Erfahrungen. Alleine für sich zu sorgen. Gäste auf dieser maledivischen Insel in die Welt des Schnorchelns und Tauchens zu entführen. Ihnen die Angst vor der Tiefe und dem Neuen zu nehmen. Ihnen zu helfen, wenn sie sich nicht trauen. Ihnen die Schönheit der Unterwasserwelt zu zeigen und das Gefühl der Freiheit zu erleben. Plötzlich Verantwortung in einer völlig neuen Dimension zu übernehmen, obwohl du selbst noch komplett im Gefühlschaos steckst. Herausforderungen die zu Vorteilen werden können, wenn man selbst dafür sorgt, dass man sich weiterentwickelt und selbstbewusster wird. Und ich weiß, dass du mit deinem Lächeln, deinen Scherzen, deiner Art und deiner Sicherheit alle dort in den Bahn ziehen wirst. Dein ganzes Sein und deine liebenswerte Art wird alle begeistern.

 

 

Und da sind dann noch die Gefühle, welche Achterbahn mit einem fahren.

Natürlich wird es manchmal auch schlechte Tage geben. Du wirst dich fragen, wieso man sowas macht. Wieso lasse ich meine Familie, meine Freunde, meine Hobbys, mein sicheres Umfeld und meinen geregelten Alltag einfach so zurück?
Wieso mache ich das freiwillig?

Ganz einfach: Weil es das wert ist!

Deswegen haben wir vor 2 Wochen am Flughafen irgendwie einen halbwegs möglichen Abschied hinbekommen. Nicht zu weinen, eine vollkommen sinnlose Idee. Im Gegenteil, wir haben geweint, sehr geweint.  Der letzte Blick, bevor du durch die Kontrollen verschwunden warst. Alles an was ich dachte war, warum nur wirkt sie jetzt auf mich so klein, so schutzbedürftig, wie ein Baby mit Reisepass?

Alles zusammen ein mutiger Schritt, eine neue Lebensphase, für uns und erst recht für unser großes Mädchen, das jetzt erwachsen ist und in die weite Welt gegangen ist. Auch wenn wir nur über das Telefon eine gute Nacht wünschen können, sind wir im Herzen und in unseren Gedanken fester denn je zusammen. Ob ich auf deinen stundenlangen fast tagelangen Schönheitsschlaf, backen deiner Pizza in der Nacht oder sogar zum Frühstück, das schauen englischsprachiger Filme, das Deutsch-Englische sprechen, wenn du die deutschen Wörter nicht findest, deine Kopfhörer im Ohr, wenn ich vergebens versuche, dich zum Essen zu rufen oder einem öfter chaotischem Zimmer verzichten kann, bin ich mir noch nicht so sicher…

Es wird eine gute Zeit in deinem Leben, also lache, bleibe weiterhin ehrlich und echt, unkompliziert und natürlich, entdecke und nimm dein Herz in die Hand.

 

 

Ihr Lieben, vielleicht hat der eine oder andere bereits ähnliche Erfahrungen sammeln können. Gerne habe ich euch kurz in meine kleine Welt des momentanen Gefühlschaos mitgenommen.

 

Lots of love | Doreen

25 Kommentare

  1. Lea Christin sagt:

    So ein schöner Beitrag.. ich habe nach dem Abi jetzt auch mit dem reisen angefangen. Ich habe in Sydney begonnen und mich in einem Monat so sehr in Australien verliebt dass ich dort unbedingt Psychologie studieren möchte.
    Jetzt gerade bin ich einen Monat auf Bali.. ich dachte immer dass es total touristisch ist aber zumindest dort wo ich gerade bin ist es überhaupt nicht so.. es ist einfach eine atemberaubende Erfahrung <3 Anschließend geht es ein paar Tage nach Singapur und dann zurück in mein geliebtes Sydney bevor ich dann weitere Teile von Australien erkunden möchte. Indien und Neuseeland stehen auch noch auf der Liste <3 Das mit den Malediven klingt allerdings genauso wundervoll.. ich wünsche euch die schönste Zeit <3
    Alle Liebe, Lea von http://leachristin.com

  2. Melina sagt:

    oh wie emotional! da bekommt man echt tränen in den augen!! alles wird gut gehen – vertrau darauf und lass los ❤️ xx

  3. Manu sagt:

    Liebe Doreen, ich kann deine Gedanken so gut nachvollziehen. Aus meinem Freundeskreis weiß ich, was das bedeutet. Daher kann ich dir sagen, dass es mit der Zeit gut wird und man sich wohl an die Situation gewöhnt. Deine Zeilen sind wie immer so liebevoll geschrieben, dass Tränen und schmunzeln nah beeinander lagen.
    Viele Grüße, Manu

    • hedmee sagt:

      Liebe Manu, das höre ich auch laufend. Nur vorstellen kann ich es mir irgendwie nicht. Zeit regelt ja oft, aber manchmal auch nicht immer. Dankeschön für deine lieben Worte.

      Sei lieb gegrüßt…

  4. Isabella sagt:

    Hallo meine Liebe,

    das sind ganz tolle und emotionale Zeilen, es ist gar nicht zu einfach jemanden loszulassen, den man liebt und für den man nur das Allerbeste auf der Welt möchte. Es wird ganz bestimmt alles gut :-*

    Ganz liebe Grüße
    Isa
    https://label-love.eu

    • hedmee sagt:

      Ja, das stimmt. Es ist mehr als leicht loszulassen. Im Moment kann ich es mir überhaupt nicht vorstellen, dass das mal möglich sein wird.

      Sei lieb gegrüßt…

  5. Christine sagt:

    Jetzt habe ich tatsächlich Tränen in den Augen! Aber es wird ein ganz toller Weg werden. Die Malediven sind einfach traumhaft schön und das wird sicher ein unvergesslicher Zeitraum werden. Und die Kinder sind ja nicht ganz aus der Welt. Im Herzen sind sie sowieso immer bei uns und deine Tochter kommt irgendwann zurück.

    Liebe Grüße

    Chris

    • hedmee sagt:

      Das denke ich auch. Und die Malediven sind wirklich traumhaft und ganz bald werden wir sie auch besuchen…
      Hab vielen Dank Chris.

      Sei lieb gegrüßt…

  6. Sophia sagt:

    Ein ziehender Schmerz, wenn das Kind plötzlich weg ist. Es kommt im Leben darauf an, seine Träume zu verwirklichen. Und deshalb finde ich deine Worte super schön Doreen. Herauszufinden was in einem steckt und das auf beiden Seiten.
    Ein sehr schöner Beitrag. Vielen Dank!

    Liebe Grüße, Sophia

  7. Shadownlight sagt:

    Hey, ich finde das ganz ganz toll und du wirst sehen wie erwachsen sie zurück kommt. Meine Eltern haben mich damals auch gehen lassen und ich war lange in Griechenland. Sie waren traurig und auch ängstlich, aber haben es mir nie gesagt- ich weiss es aber – und doch war es gut so, denn ich bin zurück gekommen, hatte meine Eltern immer im Rückhalt, bin gewachsen, und dafür bin ich ihnen sehr dankbar, dass sie mir das ermöglicht haben :).
    Liebe Grüße an dich!

  8. Jenni sagt:

    Ich fühle so mit dir und kann das sehr gut nachvollziehen. Es ist so leicht zu sagen, dass alles gut wird, ich weiß. Daher sage ich das auch nicht. Mit dieser neuen Situation umzugehen, erfordert sehr viel Kraft.
    „Ob ich auf deinen stundenlangen fast tagelangen Schönheitsschlaf, backen deiner Pizza in der Nacht oder sogar zum Frühstück, das schauen englischsprachiger Filme, das Deutsch-Englische sprechen, wenn du die deutschen Wörter nicht findest, deine Kopfhörer im Ohr, wenn ich vergebens versuche, dich zum Essen zu rufen oder einem öfter chaotischem Zimmer verzichten kann, bin ich mir noch nicht so sicher…“ einfach herrlich!!!
    Viel liebes, Jenni

    • hedmee sagt:

      Dankeschön für deine Worte. Die Worte „alles wird gut“, habe ich auch oft gesagt. Aber wenn es dann soweit ist, kann man es gar nicht glauben.

      Sei lieb gegrüßt…

  9. Nessa sagt:

    Oh Doreen, das hast du sooooo wundervoll geschrieben!
    Chistof und ich haben uns kennen gelernt, als er bereits einen Flug nach Kanada gebucht hatte, wo er ein Jahr lang leben und arbeiten wollte. Der Abschied am Flughafen war tränenreich und schrecklich – als er weg war, fühlte ich mich ganz leer, und hin und hergerissen zwischen dem Wunsch, dass er eine wundervolle Zeit haben wird und der Sehnsucht, ihn wieder in die Arme zu nehmen. Ich kann also ein kleines bisschen nachfühlen wie es dir geht – auch wenn euer Band, dass euch seit 19 Jahren und sieben Monaten verbindet, natürlich ein ganz anderes ist als unseres. Ich wünsche deiner Tochter alles, alles gute für diese neue Erfahrung und dir viel Kraft und Stärke. Obwoh du die vermutlich schon hast, so wie ich dein Text liest. Also weiter so 🙂
    Grüße
    Nessa
    https://ichdupasst.blog

    • hedmee sagt:

      Hab vielen Dank Nessa. Oh je, dann hast du ja ganz ähnliches erlebt und kennst die Gefühle sehr gut. Ich freue mich so für sie, dass sie diese Erfahrung machen darf. Wenn es ihr gut geht, dann geht es mir auch gut.

      Sei lieb gegrüßt…

  10. Ines sagt:

    Oh je, da habe ich sogar beim Lesen feuchte Augen …
    Lieben heißt auch loslassen – das sagt sich sooo einfach …
    Deine Zeilen klingen, als wäre alles richtig, wie es ist. Und dann wird es gut. Ganz bestimmt.

    • hedmee sagt:

      Oh je, das ist ja süß!
      Ja du hast recht, das sagt sich so einfach. Aber auch das gehört im Leben mit dazu und ich bin mir sicher, dass am Ende alles gut so war.
      Hab lieben Dank.

      Sei lieb gegrüßt…

  11. Liebe Doreen – vielen DANK, dass du uns so in deine Gedanken- und Gefühlwelt mitgenommen hast. Wie wundervoll und gefühlvoll du doch die Situation beschrieben hast, bei manchen Stellen hatte ich selbst etwas Tränen in den Augen und die Gefühle haben mich fast überwältigt – zu einem großen Teil liegt das sicher auch daran, weil ich dies so gut nachvollziehen und nachfühlen kann: bei uns sind auch Familienmitglieder berufsbedingt im näheren und ferneren Ausland und seit Weihnachten hatten wir daher kein gemeinsames Zusammensein mehr. Aber ich kann dir versichern, für die Liebe und die Familie gibt es keine Grenzen, egal wie weit wir voneinander entfernt sind. Jedes Gespräch, jede Nachricht wird dann nur umso wertvoller, jedes Bild wird mit großer Freude empfangen – doch Sehnsucht bleibt natürlich auch.
    Ich wünsche dir viel Kraft und deiner Tochter eine ganz wunderbare Zeit.
    Alles, alles Liebe

    • hedmee sagt:

      Liebe Gesa,
      sehr gerne. Das mit den Tränen ging mir auch beim Schreiben so. Vermissen und trotzdem gehen lassen, ist schon sehr schwer auszuhalten. Die 7600km zwischen uns, fühlen sich schon sehr weit an, aber ich werde das schaffen.
      Hab vielen Dank für deine schönen Worte!

      Sei lieb gegrüßt…

  12. Anka sagt:

    Oh man Doreen, einerseits wünscht man sich das die eigenen Kinder Dinge erleben die wir nicht hatten. Aber wenn sie es dann tun, schrecklich. Ich denke wir lernen unsrere Schätze ab nun von einer anderen Seite kennen. Es ist ok und wir lernen damit umzugehen. Es ist wirlich ok, denn ihr werdet immer ihre Familie bleiben. Nun zeigt sie, was sie in den 19 Jahren und 7 Monaten von euch gelernt hat. LG

    • hedmee sagt:

      Da hast du recht.
      Diese Erfahrung können wir alle nur über diese Wege machen. Ich bin sehr gespannt, wie und wann ich mich an unsere Situation gewöhnen werde.

      Sei lieb gegrüßt…

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